Türzarge messen: So ermitteln Sie die richtige Größe
Schritt für Schritt zur passenden Zarge: welche drei Maße Sie brauchen, wie Sie richtig messen und welche Fehler am häufigsten passieren.
Redaktion Dvery · Stand 26. Oktober 2026
Um eine Türzarge richtig zu bestellen, brauchen Sie drei Maße: die Breite der Wandöffnung, die Höhe ab fertigem Fußboden und die Wandstärke. Breite und Höhe ergeben das Normmaß nach DIN 18101, die Wandstärke bestimmt die Zargentiefe. Messen Sie die Breite an drei Stellen und die Höhe an zwei, und verwenden Sie jeweils den kleinsten Wert. Mit diesem Vorgehen passt die neue Zarge fast immer auf Anhieb.
Was die einzelnen Maßbegriffe bedeuten und wie Sie aus Ihren Werten mit dem Rechner das Normmaß ableiten, steht im Bereich Türmaße. Die vollständigen Normtabellen enthält der Artikel Innentür-Maße nach DIN 18101.
Welche Maße die Zarge braucht
| Maß | Wo gemessen | Wofür es gebraucht wird |
|---|---|---|
| Breite der Wandöffnung | von Wand zu Wand, oben, Mitte, unten | Baurichtmaß Breite, zum Beispiel 875 mm |
| Höhe der Wandöffnung | ab fertigem Fußboden bis Sturz, links und rechts | Baurichtmaß Höhe, zum Beispiel 2000 mm |
| Wandstärke | fertige Wand inklusive Putz und Fliesen, an mehreren Stellen | Zargentiefe beziehungsweise Wandstärkenbereich |
| Anschlag | Seite der Bänder, von der Öffnungsseite aus gesehen | DIN links oder DIN rechts |
Werkzeug
- Zollstock oder Maßband, besser beides
- Wasserwaage, möglichst mindestens 1 m lang
- Bleistift und ein Blatt für die Messwerte
- bei Bedarf ein Laser-Entfernungsmesser für schwer zugängliche Stellen
Ein Messschieber ist hilfreich, wenn Sie an einer bestehenden Zarge das Falzmaß genau bestimmen möchten.
Schritt für Schritt: Wandöffnung für eine neue Zarge messen
1. Alte Zarge ausbauen oder Rohbau prüfen
Für eine neue Zarge wird die freie Wandöffnung gemessen. Ist noch eine alte Zarge eingebaut, messen Sie erst nach dem Ausbau oder rechnen deren Stärke nur ein, wenn Sie das Maß des Herstellers kennen. Im Rohbau prüfen Sie, ob Putz und Fliesen in der Laibung bereits fertig sind.
2. Breite an drei Stellen messen
Messen Sie die lichte Breite oben unter dem Sturz, in der Mitte und unten knapp über dem Boden, jeweils von Wand zu Wand. Notieren Sie alle drei Werte. Maßgeblich ist der kleinste Wert, denn dort muss die Zarge hindurchpassen.
3. Höhe links und rechts messen
Messen Sie von der Oberkante des fertigen Fußbodens bis zur Unterkante des Sturzes, einmal links und einmal rechts. Auch hier zählt der kleinere Wert. Weichen beide stark voneinander ab, ist der Boden oder der Sturz schief, und Sie sollten das beim Einbau berücksichtigen.
4. Wandstärke an mehreren Stellen messen
Messen Sie die Dicke der Wand in der Öffnung, oben, in der Mitte und unten auf beiden Seiten. Gemessen wird die fertige Wand mit Putz, Tapete und Fliesen. Hier ist der größte Wert entscheidend, weil die Umfassungszarge die Wand vollständig umgreifen muss.
5. Lot und Winkel prüfen
Halten Sie die Wasserwaage senkrecht an beide Laibungen und waagerecht an den Sturz. Geringe Abweichungen gleicht die Zarge beim Einbau aus. Bei großen Abweichungen, wie sie im Altbau vorkommen, sollten Sie die Öffnung vorher begradigen lassen oder eine Lösung mit dem Fachbetrieb besprechen.
6. Anschlag festlegen
Bestimmen Sie, auf welcher Seite die Bänder sitzen und in welche Richtung die Tür aufgehen soll. Wie das funktioniert und welche Seite praktisch ist, erklärt der Artikel DIN links oder DIN rechts.
7. Normmaß ableiten
Vergleichen Sie die Messwerte mit der Normtabelle oder geben Sie sie in den Rechner im Bereich Türmaße ein. Als Faustregel ist die Wandöffnung in der Breite etwa 10 bis 30 mm größer als das Baurichtmaß und in der Höhe etwa 5 bis 20 mm.
Die Wandstärke richtig einordnen
Umfassungszargen werden für bestimmte Wandstärkenbereiche angeboten. Innerhalb dieses Bereichs lässt sich die Zarge über die Bekleidungen anpassen. Der Verstellbereich ist je nach Hersteller und Zargensystem unterschiedlich groß.
So gehen Sie vor:
- Größten gemessenen Wert der Wandstärke nehmen.
- In der Herstellertabelle den Bereich suchen, in den dieser Wert fällt.
- Liegt der Wert genau an der Grenze zweier Bereiche, im Zweifel den größeren wählen oder beim Hersteller nachfragen.
Typische Fälle, bei denen sich die Wandstärke verändert:
- Fliesen nur auf einer Seite, etwa im Bad. Die Wand ist dann an der Tür dicker als im Flur.
- Neuer Putz oder Trockenbauvorsatzschale nach einer Renovierung.
- Leichtbauwände aus Ständerwerk und Gipskartonplatten, die oft dünner sind als gemauerte Wände.
- Unebene Altbauwände, deren Stärke über die Höhe der Öffnung schwankt.
Wenn die alte Zarge bleibt
Ist die Zarge stabil, passt optisch und hat ein Normmaß, reicht oft ein neues Türblatt. Dann brauchen Sie andere Maße:
- Zargenfalzmaß: die lichte Weite der Zarge im Falz, in Breite und Höhe.
- Türblattmaß: Breite und Höhe des alten Türblatts einschließlich Falz.
- Türblattdicke und Falztiefe, besonders bei älteren Türen.
- Bandart und Bandposition: Abstand der Bänder von der Oberkante und die Art der Bandaufnahme in der Zarge.
- Schlossposition: Höhe des Drückers und Lage des Schließblechs.
Mit diesen Werten lässt sich prüfen, ob ein Normtürblatt passt. Bei Zargen aus den 1960er- und 1970er-Jahren oder bei handwerklich gefertigten Altbauzargen weichen Bandsitz und Maße häufig ab. Dann ist ein Türblatt nach Maß oder der Tausch der kompletten Zarge die sicherere Lösung.
Holzzarge oder Stahlzarge: was beim Messen anders ist
Die meisten Innentüren in Wohnungen haben eine Holzumfassungszarge. Sie wird nach Fertigstellung von Putz, Fliesen und Bodenbelag eingebaut, meist geschäumt oder mit Montagewinkeln befestigt. Gemessen wird deshalb die fertige Öffnung.
Stahlzargen werden dagegen häufig bereits im Rohbau gesetzt und eingemauert oder eingeputzt. Hier misst man die Rohbauöffnung und plant den späteren Fußbodenaufbau über den Meterriss mit ein. Im Trockenbau gibt es Stahlzargen, die mit dem Ständerwerk verschraubt werden. Ihre Maße hängen vom Wandsystem ab.
Für Glastüren, Schiebetüren und Brandschutztüren gelten oft eigene Zargensysteme mit abweichenden Maßtabellen. Fragen Sie in diesen Fällen vor dem Messen beim Hersteller nach, welches Maß er genau benötigt.
Die häufigsten Fehler beim Messen
| Fehler | Folge | Richtig |
|---|---|---|
| altes Türblatt statt Wandöffnung gemessen | neue Zarge passt nicht in die Wand | Wandöffnung nach Ausbau der alten Zarge messen |
| nur einmal gemessen | Zarge klemmt an der engsten Stelle | Breite dreimal, Höhe zweimal messen |
| Höhe ab Rohboden gemessen | Tür zu hoch oder zu niedrig nach dem Bodenbelag | ab fertigem Fußboden messen oder Belag einrechnen |
| Wandstärke ohne Fliesen gemessen | Zarge umfasst die Wand nicht | fertige Wand mit allen Schichten messen |
| Anschlag verwechselt | Tür öffnet in die falsche Richtung | Anschlag von der Öffnungsseite aus bestimmen |
Bodenbelag und Meterriss
Wird der Bodenbelag erst später verlegt, fehlt die Bezugshöhe. Auf Baustellen markieren Handwerker deshalb den Meterriss, eine Linie genau einen Meter über dem späteren fertigen Fußboden. Von dort aus lässt sich die Höhe der Öffnung zuverlässig bestimmen. In der Renovierung rechnen Sie die Stärke des neuen Belags einschließlich Trittschalldämmung ein, damit die Tür später nicht schleift.
Nach dem Messen
Notieren Sie alle Werte mit einer kleinen Skizze der Öffnung, der Öffnungsrichtung und der Raumseite. Mit dieser Skizze lassen sich Angebote vergleichen und Rückfragen beim Händler schnell klären. Wie der Einbau anschließend abläuft und welches Werkzeug Sie dafür brauchen, steht im Bereich Türen einbauen.
Fragen und Antworten
- Wie messe ich die Wandstärke für eine Zarge?
- Messen Sie die Wand in der Türöffnung von Oberfläche zu Oberfläche, also einschließlich Putz, Tapete und Fliesen. Messen Sie oben, in der Mitte und unten auf beiden Seiten der Öffnung. Bei Abweichungen zählt in der Regel der größte Wert, weil die Zarge die Wand vollständig umfassen muss.
- Was ist, wenn die Wandöffnung zwischen zwei Normmaßen liegt?
- Liegt die Öffnung etwas über einem Normmaß, wird sie meist mit Montageschaum und Keilen ausgeglichen. Ist sie zu klein, muss die Öffnung erweitert werden. Bei größeren Abweichungen ist eine Zarge in Sondergröße oder eine Anpassung der Öffnung mit Mauerwerk oder Trockenbau nötig.
- Kann ich nur das Türblatt tauschen und die alte Zarge behalten?
- Ja, wenn die Zarge in gutem Zustand ist und ein Normmaß hat. Dann messen Sie das Zargenfalzmaß, also die lichte Weite im Falz, oder das alte Türblatt und notieren Anschlag, Bandart und Bandposition. Bei Altbauzargen passen Normtürblätter häufig nicht ohne Anpassung.
- Ab welcher Höhe misst man die Wandöffnung?
- Immer ab Oberkante fertiger Fußboden. Ist der Bodenbelag noch nicht verlegt, rechnen Sie dessen Stärke einschließlich Trittschalldämmung ein. Auf Baustellen hilft der Meterriss, eine Markierung einen Meter über dem späteren fertigen Fußboden.
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Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion Dvery.