Barrierefreie Türen

Automatischer Türöffner für Zuhause: Antriebe im Überblick

Drehtürantrieb, Schiebetürantrieb, elektrischer Türöffner oder Motorschloss: welche Lösung eine Tür zu Hause automatisch öffnet und was bei Auswahl, Sicherheit und Förderung zählt.

Redaktion Dvery · Stand 26. Oktober 2026

Für eine Tür, die sich zu Hause von selbst öffnet, brauchen Sie in den meisten Fällen einen Drehtürantrieb. Er wird oben an Türblatt oder Zarge montiert und schwenkt die Tür per Taster, Funkhandsender, Bewegungsmelder oder App auf. Für Schiebetüren gibt es Schiebetürantriebe. Ein elektrischer Türöffner im Rahmen ist dagegen kein Antrieb: Er gibt nur die Falle frei, aufdrücken müssen Sie selbst.

Welche Lösung passt, hängt davon ab, wer die Tür nutzt, welche Tür es ist und ob sie auch verriegelt werden muss.

Fünf Lösungen im Vergleich

Lösung Was sie tut Typische Tür Grenzen
Drehtürantrieb öffnet und schließt das Türblatt motorisch Innentür, Wohnungstür, Haustür entriegelt allein kein abgeschlossenes Schloss
Schiebetürantrieb bewegt eine Schiebetür auf und zu Vorwand-Schiebetür, Glas-Schiebetür braucht passendes Laufwerk, Platz für Antriebsschiene
Elektrischer Türöffner gibt die Falle frei, solange Strom anliegt Hauseingang, Gartentor Tür muss von Hand aufgedrückt werden
Motorschloss entriegelt und verriegelt die Mehrfachverriegelung Haustür öffnet die Tür nicht, bewegt nur die Riegel
Smart-Lock-Aufsatz dreht den Schlüssel im Zylinder Wohnungstür, Haustür entriegelt nur, öffnet die Tür nicht

Für Menschen, die eine Tür nicht selbst aufziehen oder aufdrücken können, ist nur ein Antrieb eine echte Hilfe. An Haustüren wird er meist mit einem Motorschloss kombiniert: Die Tür entriegelt per Code, Chip oder Taster und schwenkt anschließend auf. Ein Smart-Lock-Aufsatz kann eine ähnliche Rolle übernehmen, wenn er mit dem Antrieb gekoppelt ist. Welche Nachrüst-Schlösser an deutsche Türen passen, zeigt der Bereich Smart Lock und intelligente Türsysteme.

Drehtürantriebe im Detail

Drehtürantriebe für den Wohnbereich sind kompakte Kästen, die oben am Türblatt oder an der Wand über der Tür sitzen. Ein Gestänge oder eine Gleitschiene überträgt die Kraft auf das Türblatt.

Worauf es ankommt:

  • Türgewicht und Breite: Jeder Antrieb ist für bestimmte Gewichte und Flügelbreiten ausgelegt. Schwere Haustüren brauchen stärkere Antriebe als Zimmertüren.
  • Ziehende oder drückende Montage: Je nachdem, ob der Antrieb auf der Band- oder Gegenseite sitzt, unterscheidet sich die Montage. Die Platzverhältnisse über der Tür entscheiden mit.
  • Handbetrieb: Viele Wohnraumantriebe lassen sich auch von Hand normal öffnen. Das ist wichtig für Mitbewohner und bei Stromausfall.
  • Offenhaltezeit und Geschwindigkeit: Sie sollten sich einstellen lassen. Wer langsam geht oder einen Rollator nutzt, braucht eine längere Offenhaltezeit.
  • Geräusch: Im Schlafbereich zählt ein leiser Lauf.

Sicherheit: Low-Energy und Sensoren

Ein Antrieb bewegt eine Tür mit Kraft. Damit niemand eingeklemmt oder angestoßen wird, gibt es Normen für kraftbetätigte Türen, insbesondere DIN 18650 und DIN EN 16005. Für den Wohnbereich werden häufig Antriebe im Low-Energy-Betrieb eingesetzt. Sie bewegen die Tür langsam und mit begrenzter Kraft, sodass das Verletzungsrisiko gering bleibt.

Zusätzlich sinnvoll sind:

  • Hinderniserkennung: Der Antrieb stoppt oder reversiert, wenn die Tür auf Widerstand trifft.
  • Sicherheitssensoren im Schwenkbereich, besonders wenn Kinder, Haustiere oder Menschen mit Sehbehinderung im Haushalt leben.
  • Klare Kennzeichnung, dass sich die Tür automatisch bewegt.

Welche Absicherung im Einzelfall nötig ist, ergibt sich aus der Risikobeurteilung des Errichters. Lassen Sie sich die Einstellungen bei der Inbetriebnahme erklären.

Bedienung: Taster, Funk, App

Wie die Tür ausgelöst wird, ist eine Frage des Alltags:

  • Taster an der Wand, gut erreichbar auf etwa 85 cm Höhe und mit Abstand zum Schwenkbereich, damit man nicht von der aufgehenden Tür getroffen wird.
  • Funkhandsender am Rollstuhl oder am Schlüsselbund.
  • Bewegungsmelder oder Radar für Türen, die immer automatisch aufgehen sollen. Im Wohnbereich oft unpraktisch, weil die Tür auch dann öffnet, wenn man nur vorbeigeht.
  • App und Sprachsteuerung über das Smart Home, praktisch für Menschen mit eingeschränkter Handfunktion.
  • Zutrittsmedien an der Haustür: Code, Chip oder Fingerabdruck, kombiniert mit Motorschloss.

Strom, Montage und Stromausfall

Die meisten Antriebe brauchen einen 230-Volt-Anschluss in Türnähe. Der Anschluss und das Verlegen der Leitung gehören in die Hand einer Elektrofachkraft. Für die Montage selbst muss die Wand über der Tür tragfähig sein, bei Leichtbauwänden ist eine Verstärkung nötig.

Klären Sie vorab, was bei Stromausfall passiert: Lässt sich die Tür von Hand öffnen? Gibt es einen Akku, und wie viele Öffnungen schafft er? Bei Haustüren mit Motorschloss muss es einen mechanischen Notweg geben, etwa einen Schlüssel.

Sonderfälle: Brandschutz und Fluchtweg

An Feuerschutztüren, zum Beispiel zwischen Garage und Haus oder im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses, dürfen nur Antriebe und Feststellanlagen eingesetzt werden, die für die jeweilige Tür zugelassen sind. Die Tür muss im Brandfall selbsttätig schließen. Ein Eigenbau-Antrieb oder ein Keil unter der Tür kann die Zulassung aufheben.

Auch an Türen in Flucht- und Rettungswegen gelten besondere Regeln. Hier ist ein Fachbetrieb gefragt, im Mehrfamilienhaus zusätzlich die Abstimmung mit Verwaltung und Eigentümergemeinschaft.

Mietwohnung und Eigentümergemeinschaft

Seit der Reform des Wohnungseigentums- und Mietrechts 2020 haben Mieter nach § 554 BGB grundsätzlich einen Anspruch darauf, dass der Vermieter bauliche Veränderungen erlaubt, die dem Gebrauch durch Menschen mit Behinderungen dienen. Der Vermieter kann ablehnen, wenn seine Interessen überwiegen, und eine angemessene Sicherheit für den Rückbau verlangen.

Wohnungseigentümer können nach § 20 Abs. 2 WEG angemessene Maßnahmen verlangen, die dem Gebrauch durch Menschen mit Behinderungen dienen. Über die Art der Durchführung beschließt die Gemeinschaft. Für den Antrieb an der eigenen Innentür ist das meist kein Thema, für die Wohnungseingangstür oder die Haustür schon.

Förderung

  • Pflegekasse: Bei Pflegegrad ist ein Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen möglich, laut Bundesgesundheitsministerium bis zu 4.180 Euro je Maßnahme. Antrag vor Auftragsvergabe stellen, Kostenvoranschlag beilegen.
  • KfW und Länder: Für barrierereduzierende Umbauten gab und gibt es Zuschuss- und Kreditprogramme. Verfügbarkeit und Bedingungen ändern sich, deshalb vor Beginn den aktuellen Stand prüfen.
  • Wohnberatungsstellen: Sie helfen bei der Auswahl und kennen die regionalen Förderwege, oft kostenlos.

Betrieb im Alltag

Ob die Einstellungen passen, zeigt sich oft erst nach einigen Wochen Nutzung. Typische Stellschrauben:

  • Öffnungswinkel: Die Tür sollte so weit aufgehen, dass Rollstuhl oder Rollator ohne Anstoßen durchpassen, aber nicht gegen Möbel oder Heizkörper schlagen.
  • Offenhaltezeit: lieber zunächst etwas zu lang einstellen und dann schrittweise verkürzen.
  • Schließgeschwindigkeit: langsam genug, dass niemand erschrickt oder angestoßen wird.
  • Betriebsarten: Viele Antriebe kennen etwa Dauerauf, Automatik oder einen Modus, in dem die Tür nur von innen auslöst.

Halten Sie Gestänge und Gleitschiene frei von Schmutz und lassen Sie den Antrieb nach Herstellerangabe warten. Für Antriebe in gemeinschaftlich genutzten Bereichen eines Mehrfamilienhauses sehen Normen und Herstellervorgaben regelmäßige Prüfungen durch eine sachkundige Person vor.

Den Antrieb sinnvoll planen

Ein Antrieb ersetzt keine zu schmale Tür. Wenn der Durchgang für einen Rollstuhl nicht reicht oder eine Schwelle im Weg ist, sollten Sie diese Punkte zuerst klären. Welche Maße DIN 18040 vorsieht, erklärt der Artikel Barrierefreie Tür nach DIN 18040. Einen Überblick über Breiten, Schwellen und Umbauschritte gibt der Bereich Barrierefreie Türen.

Checkliste vor dem Kauf

  • Aufgabe geklärt: nur entriegeln, nur öffnen oder beides
  • Türgewicht, Flügelbreite und Öffnungsrichtung bekannt
  • Platz über der Tür und Tragfähigkeit der Wand geprüft
  • 230-Volt-Anschluss in Türnähe vorhanden oder geplant
  • Bedienung festgelegt: Taster, Funk, App oder Zutrittsmedium
  • Verhalten bei Stromausfall geklärt
  • Sicherheitsfunktionen: Low-Energy-Betrieb, Hinderniserkennung, gegebenenfalls Sensoren
  • Keine Feuerschutztür, oder zugelassenes System vorgesehen
  • Erlaubnis von Vermieter oder Eigentümergemeinschaft eingeholt
  • Förderantrag vor Auftragsvergabe gestellt
Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Was ist der Unterschied zwischen Türöffner und Türantrieb?
Ein elektrischer Türöffner sitzt im Türrahmen und gibt nur die Schlossfalle frei, solange Strom anliegt. Die Tür lässt sich dann aufdrücken, bewegt sich aber nicht von selbst. Ein Türantrieb bewegt das Türblatt motorisch auf und zu. Für Menschen, die eine Tür nicht selbst aufdrücken können, ist deshalb nur ein Antrieb eine echte Hilfe.
Lässt sich ein Türantrieb bei Stromausfall bedienen?
Viele Drehtürantriebe für den Wohnbereich lassen sich bei Stromausfall wie eine normale Tür von Hand öffnen, eventuell gegen die Kraft des Schließers. Manche Modelle haben einen Akku, der für eine begrenzte Zahl von Öffnungen reicht. Klären Sie vor dem Kauf, wie die Tür im Notfall geöffnet wird, besonders an Haus- und Fluchttüren.
Darf ich als Mieter einen Türantrieb einbauen?
Seit der Reform 2020 können Mieter nach § 554 BGB verlangen, dass der Vermieter bauliche Veränderungen erlaubt, die dem Gebrauch durch Menschen mit Behinderungen dienen. Der Vermieter kann ablehnen, wenn sein Interesse überwiegt, und eine Rückbausicherheit verlangen. Holen Sie die Erlaubnis vor dem Einbau schriftlich ein.
Zahlt die Pflegekasse einen automatischen Türöffner?
Liegt ein Pflegegrad vor, kann die Pflegekasse einen Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen gewähren, laut Bundesgesundheitsministerium bis zu 4.180 Euro je Maßnahme. Der Antrag sollte vor Auftragsvergabe gestellt werden. Ob der Antrieb anerkannt wird, entscheidet die Pflegekasse im Einzelfall.
Kann ich einen Türantrieb an einer Brandschutztür nachrüsten?
Nur mit Systemen, die für die jeweilige Feuerschutztür zugelassen sind. Eine Feuerschutztür muss im Brandfall selbstständig schließen. Ein nicht zugelassener Antrieb oder eine Feststellung, die das verhindert, kann die Zulassung der Tür aufheben. Das gehört in die Hand eines Fachbetriebs.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion Dvery.