Schiebe- und Glastüren

Drehtür, Pendeltür, Falttür und mehr: Türarten im Überblick

Welche Türart passt wohin? Drehflügel-, Pendel-, Falt-, Schiebe-, Pivot- und Raumspartür im Vergleich nach Platzbedarf, Dichtheit und Bedienung.

Redaktion Dvery · Stand 26. Oktober 2026

Im Wohnbereich ist die Drehflügeltür der Standard, weil sie dicht schließt, gut gegen Schall dämmt, ein Schloss hat und am günstigsten ist. Andere Türarten lösen Sonderfälle: Pendeltüren für Durchgänge, die man oft mit vollen Händen passiert, Falt- und Schiebetüren für enge Räume, Pivot- und Raumspartüren für große Formate oder schmale Flure. Welche Art passt, entscheiden vor allem Platz, Schallschutz, Bedienung und Budget.

Dieser Überblick vergleicht die Türarten nach ihrer Öffnungsweise. Material, Oberflächen und Zargen von Zimmertüren beschreibt der Bereich Innentüren, Schiebe- und Glastüren im Detail der Bereich Schiebe- und Glastüren.

Türarten im Vergleich

Türart Platzbedarf Dichtheit und Schallschutz Abschließbar Typischer Einsatz
Drehflügeltür Schwenkbereich in Türbreite gut, mit Dichtung sehr gut ja Zimmer, Bad, Wohnungseingang
Doppelflügeltür zwei Schwenkbereiche gut ja breite Durchgänge Wohnen/Essen
Pendeltür Schwenkbereich auf beiden Seiten gering meist nein Küche zu Essbereich, Durchgänge
Falttür klein gering eingeschränkt Abstellraum, Nische, Schrank
Schiebetür vor der Wand freie Wand neben der Öffnung mäßig mit Spezialschloss Durchgänge, Bad mit Einschränkungen
Schiebetür in der Wand keiner außerhalb der Wand mäßig mit Spezialschloss enge Flure, Bad, barrierefreie Planung
Pivottür Schwenkbereich auf beiden Seiten des Drehpunkts je nach System je nach System große, schwere Designtüren
Raumspartür etwa halber Schwenkbereich mäßig je nach System sehr enge Flure, kleine Bäder

Die Angaben sind Tendenzen. Hochwertige Schiebe- oder Pivotsysteme können besser abschneiden als eine einfache Drehflügeltür ohne Dichtung.

Drehflügeltür: der Standard

Die Drehflügeltür hängt mit zwei oder drei Bändern seitlich in der Zarge und schwenkt in eine Richtung auf. Sie schlägt rundum an einen Falz an, meist mit umlaufender Dichtung. Das macht sie dicht, leise und robust. Schloss, Drücker und Zarge sind genormt, Ersatzteile gibt es überall.

Vorteile: gute Schalldämmung, abschließbar, günstig, große Auswahl, einfache Montage, für Wohnungseingangs-, Brandschutz- und Sicherheitstüren die übliche Bauart.

Nachteile: Der Flügel braucht einen freien Schwenkbereich. Vor Schränken, Heizkörpern oder in engen Fluren wird das zum Problem.

Wichtig bei der Planung ist der Anschlag, also die Seite, an der die Bänder sitzen und in welche Richtung die Tür aufgeht. Wie Sie DIN links und DIN rechts unterscheiden, erklärt der Artikel DIN links oder DIN rechts.

Doppelflügeltür

Zwei Drehflügel in einer Zarge, für breite Durchgänge etwa zwischen Wohn- und Esszimmer. Meist ist ein Flügel der Gangflügel für den Alltag, der andere ein Standflügel, der oben und unten verriegelt wird und nur bei Bedarf geöffnet wird. Doppelflügeltüren wirken großzügig, brauchen aber zwei Schwenkbereiche und sind teurer als eine einflügelige Tür.

Pendeltür: in beide Richtungen

Eine Pendeltür schwingt nach beiden Seiten auf und kehrt von selbst in die Mittelstellung zurück. Dafür sitzt sie auf Pendeltürbändern oder einem Bodentürschließer statt auf normalen Bändern. Sie hat keinen Falz, an den sie anschlägt.

Gut geeignet für: Durchgänge zwischen Küche und Essbereich, Wirtschaftsräume, Gastronomie- oder Praxisbereiche, also überall dort, wo man mit vollen Händen hindurchgeht.

Weniger geeignet für: Schlafzimmer, Bad oder Arbeitszimmer. Weil der Flügel ringsum Luft hat, dichtet die Pendeltür kaum gegen Geräusche, Gerüche und Zugluft. Ein normales Schloss fehlt meist.

Achten Sie bei Pendeltüren mit Glas auf Sicherheitsglas und auf eine Sichtöffnung, damit niemand die Tür jemandem auf der anderen Seite entgegenstößt.

Falttür: wenig Schwenkraum

Bei einer Falttür ist das Türblatt in zwei oder mehr Segmente geteilt, die beim Öffnen zusammenklappen und an einer Schiene zur Seite laufen. Es gibt zwei verbreitete Bauformen:

  • Falttür mit wenigen breiten Segmenten, oft zweiteilig, ähnlich einer Schranktür
  • Harmonikatür mit vielen schmalen Lamellen aus Kunststoff oder Holz, die sich wie ein Akkordeon zusammenschieben

Falttüren sind günstig und brauchen wenig Platz. Sie eignen sich für Abstellräume, Nischen, Einbauschränke oder als Raumteiler. Für Wohnräume sind sie nur eine Notlösung, weil sie kaum dämmen und mechanisch anfälliger sind als eine Drehflügeltür. Größere Glas-Faltanlagen, oft Faltschiebetür genannt, kommen vor allem als Terrassen- oder Wintergartentür zum Einsatz und sind ein eigenes Thema.

Schiebetür: vor der Wand oder in der Wand

Die Schiebetür läuft an einer Schiene seitlich an der Öffnung vorbei. Sie spart den Schwenkbereich, braucht dafür aber Platz in Laufrichtung.

  • Vor der Wand: Das Türblatt läuft sichtbar vor der Wand. Nachrüsten ist relativ einfach, die Wand neben der Öffnung muss aber frei bleiben, Steckdosen und Schalter stören.
  • In der Wand: Das Türblatt verschwindet in einem Einbaukasten in der Wand. Das ist elegant und platzsparend, aber nur beim Neubau oder bei größerem Umbau sinnvoll umsetzbar.

Beide Varianten dichten schlechter als eine Drehflügeltür, weil das Blatt nicht in einen umlaufenden Falz schlägt. Für das Bad ist das abzuwägen. Welche Bauart wann passt, vergleicht der Artikel Schiebetür vor der Wand oder in der Wand.

Pivottür: Drehpunkt statt Band

Bei einer Pivottür dreht sich das Türblatt um eine Achse, die nicht an der Kante, sondern etwas nach innen versetzt oben und unten sitzt. Ein Teil des Flügels schwenkt dadurch nach vorn, ein Teil nach hinten. Sichtbare Bänder gibt es nicht.

Pivottüren werden vor allem für große, schwere Designtüren eingesetzt, etwa raumhoch oder überbreit, aus Holz, Glas oder Metall. Sie brauchen einen tragfähigen Boden für den unteren Drehpunkt, oft mit einem in den Boden eingelassenen Lager. Dichtheit und Schallschutz hängen stark vom System ab. Pivottüren sind in der Regel deutlich teurer als normale Zimmertüren und gehören zur Planung, bevor der Boden gelegt wird.

Raumspartür: geteilter Flügel für enge Räume

Raumspartüren kombinieren Dreh- und Schiebebewegung oder teilen den Flügel in zwei ungleich breite Teile. Beim Öffnen schwenkt nur ein Teil in den Raum, der andere klappt oder gleitet mit. Der benötigte Schwenkbereich ist dadurch deutlich kleiner als bei einer normalen Tür gleicher Breite.

Sinnvoll sind sie in sehr engen Fluren, vor kleinen Gäste-WCs oder wenn ein Möbelstück nicht anders zu stellen ist. Die Mechanik ist aufwendiger, das Angebot kleiner und die Dichtheit meist geringer als bei einer Drehflügeltür.

Karusselltür: die andere Drehtür

Im Objektbau heißt die Tür mit mehreren Flügeln, die sich um eine Mittelachse drehen, ebenfalls Drehtür oder Karusselltür. Sie hält in Hotels, Kaufhäusern und Bürogebäuden Zugluft draußen, weil nie ein durchgehender Luftweg offen steht. Für Wohnungen und Einfamilienhäuser ist sie nicht gedacht. Wer nach Drehtüren für zu Hause sucht, meint fast immer die Drehflügeltür.

Entscheidungshilfe nach Raum

Raum oder Situation Empfohlene Türart Begründung
Schlafzimmer, Arbeitszimmer Drehflügeltür Schallschutz, Dichtheit, abschließbar
Bad und WC Drehflügeltür, Schiebetür nur mit Abstrichen Geruch und Geräusch, Privatsphäre
Küche zu Essbereich Pendeltür, Schiebetür oder offener Durchgang Hände frei, wenig Schwenkraum
Wohnen zu Essen, breite Öffnung Doppelflügeltür oder Schiebetür großzügige Öffnung
Abstellraum, Nische Falttür oder Schiebetür Platz sparen
sehr enger Flur Schiebetür in der Wand oder Raumspartür kein oder kleiner Schwenkbereich
barrierefreie Planung Schiebetür oder ausreichend breite Drehflügeltür Bewegungsflächen, Bedienkräfte

Bei barrierefreien Wohnungen spielen lichte Breite, Schwellen und Bewegungsflächen eine größere Rolle als die Türart allein. Was dabei gilt, erklärt der Bereich Barrierefreie Türen.

Worauf Sie bei jeder Türart achten sollten

  • Platz messen: Schwenkbereich, Laufweg der Schiebetür, Lage von Steckdosen, Schaltern und Heizkörpern.
  • Schallschutz einschätzen: Je wichtiger Ruhe ist, desto eher eine Drehflügeltür mit Dichtung und schwerer Einlage.
  • Bedienung prüfen: Griffhöhe, Kraftaufwand und ob Kinder oder ältere Menschen die Tür sicher nutzen können.
  • Glas nur als Sicherheitsglas: Bei Glasfüllungen und Ganzglastüren ESG oder VSG.
  • Montage einplanen: Pivot- und Einbauschiebetüren müssen vor Estrich, Bodenbelag oder Trockenbau feststehen.
Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Was ist der Unterschied zwischen Drehtür und Drehflügeltür?
Im Alltag meint Drehtür meist die normale Tür mit seitlichen Bändern, fachlich heißt sie Drehflügeltür. Im Objektbau bezeichnet Drehtür dagegen oft die Karusselltür mit mehreren Flügeln, die sich um eine Mittelachse drehen, etwa in Hotels und Bürogebäuden. Im Wohnbereich spielt die Karusselltür keine Rolle.
Welche Türart spart am meisten Platz?
Eine Schiebetür in der Wand braucht vor und neben der Öffnung keinen Schwenkraum, weil das Türblatt in einem Wandkasten verschwindet. Eine Vorwand-Schiebetür braucht freie Wand neben der Öffnung. Falttüren benötigen nur einen kleinen Schwenkbereich, Raumspartüren mit geteiltem Flügel etwa die Hälfte einer normalen Tür.
Kann man eine Pendeltür abschließen?
In der Regel nicht wie eine normale Zimmertür, weil sie keinen festen Anschlag hat und in beide Richtungen schwingt. Es gibt Pendeltüren mit Riegel oder Feststellung, für Räume, die verschließbar oder ruhig sein sollen, ist aber eine Drehflügeltür die bessere Wahl.
Welche Türart ist für Barrierefreiheit am besten?
Schiebetüren sind für Rollstuhl und Rollator oft komfortabel, weil keine Bewegungsfläche für einen aufschwenkenden Flügel nötig ist. Drehflügeltüren können ebenfalls barrierefrei sein, brauchen aber ausreichend Bewegungsfläche davor und dahinter. Pendel- und Falttüren sind für viele Nutzer weniger geeignet.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion Dvery.