Haustüren

Haustür-U-Wert: Was das Gebäudeenergierecht beim Austausch verlangt

1,8 W/(m²K) als gesetzlicher Höchstwert, 1,3 für Förderung und Steuerbonus: welche U-Werte beim Haustürtausch gelten und wovon der Wert einer Tür abhängt.

Redaktion Dvery · Stand 26. Oktober 2026

Wer eine Haustür in einem beheizten Gebäude austauscht, muss einen Höchstwert für den Wärmedurchgang einhalten: 1,8 W/(m²K) für die gesamte Tür nach Anlage 7 des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Für Förderung und Steuerermäßigung lag die Anforderung bisher bei 1,3 W/(m²K). Moderne Haustüren mit gedämmter Füllung erreichen beide Werte meist deutlich, deshalb entscheidet in der Praxis eher die Förderfähigkeit und die Qualität des Einbaus.

Einen Überblick über Material, Sicherheit und Montage gibt der Bereich Haustüren. Dieser Beitrag erklärt den U-Wert, die rechtlichen Anforderungen und die Förderbedingungen.

Vom GEG zum Gebäudemodernisierungsgesetz

Das Gebäudeenergiegesetz regelt seit 2020 die energetischen Anforderungen an Gebäude. Im Jahr 2026 wird es in das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) überführt. Im Vordergrund der Reform stehen die Regeln für Heizungen. Die Anforderungen an Außenbauteile bei der Sanierung, also an Fenster, Dächer, Wände und Außentüren, stehen nach bisherigem Stand auch im neuen Gesetz in einer Anlage 7. Für den Haustürtausch gilt damit weiter ein Höchstwert für den U-Wert der Tür. Einzelne Teile des neuen Gesetzes treten gestaffelt in Kraft. Prüfen Sie vor dem Auftrag die aktuelle Fassung oder fragen Sie einen Energieberater.

Was der U-Wert einer Haustür aussagt

Der Wärmedurchgangskoeffizient, kurz U-Wert, gibt an, wie viel Wärme pro Quadratmeter Fläche und pro Grad Temperaturunterschied durch ein Bauteil fließt. Die Einheit ist W/(m²K). Je kleiner der Wert, desto besser dämmt die Tür.

Bei Türen und Fenstern gibt es drei Werte:

Kürzel Bezieht sich auf Bedeutung für die Auswahl
Ud gesamte Tür (door) inklusive Rahmen, Füllung und Glas maßgeblich für Gesetz und Förderung
Uf Rahmen (frame) zeigt, wie gut das Profil dämmt
Ug Verglasung (glazing) wichtig bei großem Glasanteil

Der Hersteller gibt den Ud-Wert in der Leistungserklärung nach der europäischen Produktnorm für Außentüren an. Er bezieht sich oft auf eine Referenzgröße. Weicht Ihre Tür in Größe oder Glasanteil stark davon ab, kann der tatsächliche Wert etwas anders ausfallen. Lassen Sie sich im Zweifel den Wert für Ihre konkrete Ausführung bestätigen.

Die gesetzliche Anforderung beim Austausch

Wann sie gilt

Die Anforderung gilt, wenn bei einem bestehenden, beheizten Gebäude eine Außentür ersetzt oder erstmalig eingebaut wird. Sie betrifft Haustüren, Nebeneingangstüren und andere Türen, die den beheizten Bereich nach außen abschließen. Ausgenommen sind bestimmte Sonderbauarten, etwa rahmenlose Glastüranlagen, Karusselltüren und kraftbetätigte Türen. Für kleine Flächenanteile gibt es zudem eine Bagatellregel. Ob sie im Einzelfall greift, klärt ein Energieberater. In der Praxis spielt das selten eine Rolle, weil übliche neue Haustüren den Wert ohnehin unterschreiten.

Der Höchstwert

Anforderung Ud-Wert der Tür Grundlage
gesetzlicher Höchstwert beim Austausch 1,8 W/(m²K) Anlage 7 GEG, übernommen in Anlage 7 GModG
bisherige Förderung (BEG Einzelmaßnahme) 1,3 W/(m²K) Technische Mindestanforderungen der BEG
bisherige Steuerermäßigung 1,3 W/(m²K) Verordnung zu energetischen Maßnahmen

Verantwortlich für die Einhaltung ist der Eigentümer. Der ausführende Fachbetrieb bestätigt nach der Arbeit in der Regel schriftlich, dass die Anforderungen eingehalten sind. Heben Sie diese Bestätigung gemeinsam mit dem Datenblatt der Tür auf.

Förderung und Steuerermäßigung

Für den Austausch von Haustüren gab es bisher zwei Wege, die nicht für dieselbe Maßnahme kombiniert werden durften:

Zuschuss als Einzelmaßnahme: In der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) war der Austausch von Außentüren als Maßnahme an der Gebäudehülle förderfähig. Voraussetzungen waren ein Ud-Wert von höchstens 1,3 W/(m²K), die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten und ein Antrag vor Beginn der Maßnahme. Gefördert wurde ein Prozentsatz der förderfähigen Kosten, mit einem zusätzlichen Bonus, wenn die Maßnahme Teil eines individuellen Sanierungsfahrplans war.

Steuerermäßigung: Statt eines Zuschusses konnten selbst nutzende Eigentümer einen Teil der Kosten über mehrere Jahre von der Einkommensteuer abziehen. Auch hier galt für Außentüren der Wert von 1,3 W/(m²K), dazu eine Bescheinigung des Fachbetriebs.

Förderprogramme werden regelmäßig angepasst, und mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz können sich Bedingungen geändert haben. Prüfen Sie den aktuellen Stand deshalb vor dem Auftrag bei der zuständigen Förderstelle oder mit einem Energieeffizienz-Experten. Viele Programme verlangen, dass der Antrag vor dem Vertragsabschluss oder vor Beginn der Arbeiten gestellt wird.

Wovon der U-Wert einer Haustür abhängt

  • Füllung oder Türblatt: Ein gedämmter Kern, etwa aus Hartschaum, ist der wichtigste Faktor. Dünne Füllungen oder Massivholz ohne Dämmkern schneiden schlechter ab.
  • Rahmenprofil: Kunststoffprofile mit mehreren Kammern und Aluminiumprofile mit thermischer Trennung dämmen gut. Aluminium ohne Trennung leitet Wärme stark. Den Materialvergleich zeigt der Beitrag Aluminium oder Kunststoff.
  • Glasanteil: Je mehr Glas, desto wichtiger der Ug-Wert. Dreifachverglasung ist bei Haustüren mit großem Glasausschnitt heute üblich.
  • Bautiefe: Dickere Türblätter bieten mehr Platz für Dämmung.
  • Schwelle: Eine thermisch getrennte Bodenschwelle verhindert eine kalte Zone am Boden.

Warum der Einbau genauso zählt

Der beste Ud-Wert nützt wenig, wenn die Tür undicht eingebaut ist. Wärmeverluste entstehen dann nicht durch die Tür, sondern an der Fuge zwischen Rahmen und Mauerwerk und durch Zugluft. Wichtig sind:

  1. Fugenabdichtung: innen luftdicht, außen schlagregendicht und dampfdurchlässig, dazwischen gedämmt
  2. Dichtungen: zwei oder drei umlaufende Dichtungsebenen, die gleichmäßig anliegen
  3. Einstellung: Die Tür muss mit dem richtigen Anpressdruck schließen, sonst sind die Dichtungen wirkungslos
  4. Anschluss an die Dämmung: Bei gedämmter Fassade sollte die Tür so sitzen, dass keine Wärmebrücke an der Laibung entsteht

Zieht es an einer bestehenden Haustür, ist nicht immer ein Austausch nötig. Oft hilft es, verschlissene Dichtungen zu ersetzen oder die Tür nachzustellen, siehe Türdichtung erneuern.

Was ein besserer U-Wert bringt

Die Haustür macht nur einen kleinen Teil der gesamten Außenfläche eines Hauses aus. Die eingesparte Heizenergie durch eine neue Tür ist deshalb meist überschaubar, besonders im Vergleich zu Dach, Fassade oder Fenstern. Spürbar ist dagegen der Komfort: keine kalte Zone im Flur, keine Zugluft, weniger Kondenswasser an Glas und Rahmen. Wer ohnehin tauscht, etwa wegen Sicherheit oder Optik, sollte deshalb eine gut dämmende Tür wählen. Was das kostet, zeigt der Beitrag Haustür-Kosten.

Ein Rechenbeispiel

Wie viel Wärme durch eine Tür fließt, lässt sich einfach abschätzen: U-Wert mal Fläche mal Temperaturunterschied. Angenommen, eine alte Haustür hat einen Ud-Wert von 3,0 W/(m²K), eine neue 1,0 W/(m²K), die Tür ist 2,2 m² groß, und draußen ist es 20 Grad kälter als drinnen:

Tür Rechnung Wärmestrom
alte Tür 3,0 × 2,2 × 20 132 Watt
neue Tür 1,0 × 2,2 × 20 44 Watt

Bei diesem Temperaturunterschied fließt durch die neue Tür also rund zwei Drittel weniger Wärme. Hinzu kommt der Effekt dichter Fugen, der in dieser Rechnung nicht enthalten ist. Auf das Jahr gerechnet hängt die Einsparung von Klima, Heizverhalten und Energiepreis ab.

Haustür mit Seitenteil oder Oberlicht

Bei Elementen mit Seitenteil oder Oberlicht bezieht sich der Ud-Wert oft nur auf die Tür selbst. Seitenteile mit großem Glasanteil können schlechter oder besser dämmen als die Tür, je nach Verglasung. Fragen Sie nach den Werten für alle Teile des Elements, besonders wenn eine Förderung beantragt wird. Planung und Kosten solcher Elemente beschreibt der Beitrag Haustür mit Seitenteil.

Checkliste vor dem Kauf

  • Ud-Wert der konkreten Ausführung im Angebot oder Datenblatt angegeben
  • Wert unter dem gesetzlichen Höchstwert, für Förderung unter dem Förderwert
  • Förderung oder Steuerermäßigung vor dem Vertragsabschluss geklärt
  • Energieeffizienz-Experte eingebunden, falls Förderung beantragt wird
  • Einbau mit fachgerechter Fugenabdichtung im Angebot beschrieben
  • schriftliche Bestätigung des Fachbetriebs nach dem Einbau
Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Welchen U-Wert muss eine neue Haustür haben?
Beim Austausch einer Außentür in einem beheizten Gebäude gilt nach Anlage 7 des bisherigen GEG ein Höchstwert von 1,8 W/(m²K), bezogen auf die gesamte Tür einschließlich Rahmen. Mit der Überführung in das Gebäudemodernisierungsgesetz steht die Anforderung nach bisherigem Stand in dessen Anlage 7. Für Förderung oder Steuerbonus wurde bisher 1,3 W/(m²K) verlangt.
Was ist der Unterschied zwischen Ud, Uf und Ug?
Ud steht für die gesamte Tür (door), Uf für den Rahmen (frame) und Ug für die Verglasung (glazing). Maßgeblich für gesetzliche Anforderungen und Förderung ist der Ud-Wert der kompletten Tür. Ein sehr guter Ug-Wert der Scheibe sagt allein wenig, wenn Rahmen oder Füllung schlechter dämmen.
Gibt es Förderung für eine neue Haustür?
Der Austausch von Außentüren war bisher als Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle in der Bundesförderung für effiziente Gebäude förderfähig, wenn die Tür einen Ud-Wert von höchstens 1,3 W/(m²K) erreicht und ein Energieeffizienz-Experte eingebunden ist. Alternativ gab es eine Steuerermäßigung für energetische Sanierungen. Beide Programme müssen vor dem Auftrag auf aktuellen Stand geprüft werden.
Wer prüft, ob der U-Wert eingehalten wird?
Verantwortlich ist der Eigentümer. Der ausführende Betrieb bestätigt bei Änderungen an Außenbauteilen in der Regel schriftlich, dass die gesetzlichen Anforderungen eingehalten sind. Den Ud-Wert der Tür weist der Hersteller in der Leistungserklärung oder im Datenblatt aus.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026 von der Redaktion Dvery.